
Deine Periode ist plötzlich anders. Du hast starke Schmerzen, schläfst schlecht, nimmst unerklärlich zu oder fühlst dich während der Wechseljahre einfach nicht mehr wie du selbst.
Vielleicht hast du dir schon einmal gesagt: „Das ist bestimmt normal.“
Genau hier beginnt für viele Frauen ein Problem.
Denn manche Beschwerden gehören tatsächlich zu natürlichen hormonellen Veränderungen. Andere können jedoch auf Erkrankungen wie Endometriose, PCOS, starke Monatsblutungen oder andere gynäkologische Probleme hinweisen.
Und auch die Wechseljahre sind zwar eine normale Lebensphase, können aber mit Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafproblemen oder Stimmungsschwankungen verbunden sein.
Das bedeutet nicht, dass jede Zyklusveränderung oder jeder Schmerz krankhaft ist.
Aber es bedeutet:
Du darfst deine Beschwerden ernst nehmen.
In diesem Beitrag erfährst du, welche hormonellen und gynäkologischen Beschwerden Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen erleben können, welche Warnzeichen wichtig sind, welche Ausstattung dir im Alltag helfen kann und wann ein Besuch bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt sinnvoll ist.
Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung oder Diagnose. Bei starken, plötzlich auftretenden oder anhaltenden Beschwerden solltest du ärztliche Hilfe suchen.
Was sind hormonelle und gynäkologische Beschwerden?
Hormone sind chemische Botenstoffe, die zahlreiche Vorgänge im Körper steuern.
Sie beeinflussen unter anderem:
- den Menstruationszyklus
- den Eisprung
- die Fruchtbarkeit
- Schwangerschaft
- Stoffwechsel
- Knochen
- Haut und Schleimhäute
- Schlaf
- Stimmung
- Sexualität
Gerät dieses komplexe Zusammenspiel aus verschiedenen Gründen aus dem Gleichgewicht, können unterschiedliche Beschwerden entstehen. Hormone wirken dabei nicht isoliert, sondern beeinflussen zahlreiche Prozesse im gesamten Körper.
Zu den häufigen beziehungsweise wichtigen Themen gehören beispielsweise:
- Menstruationsbeschwerden
- prämenstruelles Syndrom (PMS)
- sehr starke Monatsblutungen
- Endometriose
- PCOS
- hormonelle Veränderungen
- Wechseljahresbeschwerden
- Beschwerden rund um Schwangerschaft und Wochenbett
- Zyklusstörungen
- Beschwerden im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit
Nicht jede dieser Beschwerden ist eine Erkrankung.
Aber wenn sie deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, solltest du sie nicht einfach hinnehmen.



Menstruationsbeschwerden: Was ist noch normal?
Viele Frauen kennen Unterleibsschmerzen, Rückenschmerzen, Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen während des Zyklus.
Ein gewisses Maß an Beschwerden kann vorkommen.
Doch starke Schmerzen, die dich regelmäßig von Arbeit, Schule, Sport oder deinem normalen Alltag abhalten, solltest du nicht einfach als „normal“ akzeptieren.
Das gilt insbesondere dann, wenn die Beschwerden:
- von Monat zu Monat stärker werden
- neu auftreten
- dich regelmäßig außer Gefecht setzen
- mit sehr starken Blutungen verbunden sind
- beim Geschlechtsverkehr Schmerzen verursachen
- mit unerfülltem Kinderwunsch einhergehen
Hinter starken Beschwerden können unterschiedliche Ursachen stecken.
Eine davon ist Endometriose.
PMS: Wenn die Tage vor der Periode schwierig werden
Das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, umfasst Beschwerden, die typischerweise in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auftreten.
Mögliche Beschwerden sind:
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit
- Brustspannen
- Kopfschmerzen
- Unterleibsschmerzen
- Müdigkeit
- Heißhunger
- Wassereinlagerungen
- Konzentrationsprobleme
Die Beschwerden beginnen typischerweise nach dem Eisprung und klingen mit dem Beginn der Monatsblutung wieder ab. Ihre Stärke kann von Frau zu Frau und auch von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich sein.
Ein Zyklus-Tagebuch kann helfen
Eine einfache Möglichkeit, Muster zu erkennen, ist ein Zyklus-Tagebuch.
Notiere beispielsweise:
Zyklustag
Schmerzen
Stimmung
Schlaf
Blutung
Energie
Appetit
besondere Beschwerden
Nach einigen Monaten kann daraus ein interessantes Bild entstehen.
Diese Informationen können auch bei einem Arzttermin hilfreich sein.
Starke Monatsblutung: Wenn die Periode den Alltag bestimmt
Eine besonders starke Regelblutung kann sehr belastend sein.
Vielleicht musst du deine Hygieneprodukte wesentlich häufiger wechseln als früher.
Vielleicht traust du dich während der Periode kaum aus dem Haus.
Oder du bist regelmäßig extrem müde.
Eine starke Monatsblutung kann verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören beispielsweise gutartige Veränderungen der Gebärmutter, aber auch hormonelle Veränderungen. gesund.bund.de nennt etwa 10 von 100 Frauen, die von einer zu starken Monatsblutung betroffen sind.
Wenn deine Blutung ungewöhnlich stark ist oder sich deutlich verändert hat, solltest du das gynäkologisch abklären lassen.
Endometriose: Wenn Regelschmerzen mehr als Regelschmerzen sind
Endometriose gehört zu den wichtigsten gynäkologischen Erkrankungen, wenn es um starke Unterbauchschmerzen geht.
Bei einer Endometriose befindet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter oder an anderen Stellen im Körper.
Dieses Gewebe kann auf die hormonellen Veränderungen des Zyklus reagieren.
Die Folge können starke Schmerzen sein.
Typische Beschwerden bei Endometriose
Mögliche Symptome sind:
- starke Regelschmerzen
- chronische Unterbauchschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Schmerzen beim Wasserlassen
- starke oder unregelmäßige Blutungen
- Müdigkeit
- Schwierigkeiten, schwanger zu werden
Nicht jede Frau mit Endometriose hat dieselben Beschwerden.
Und nicht jede Frau mit starken Regelschmerzen hat automatisch Endometriose.
Trotzdem gilt:
Wenn deine Periodenschmerzen dein Leben regelmäßig stark einschränken, solltest du sie ärztlich abklären lassen.
Warum Endometriose oft so spät erkannt wird
Ein großes Problem besteht darin, dass starke Regelschmerzen lange als „normal“ angesehen werden.
Vielleicht hast du schon als Jugendliche gehört:
„Das ist eben bei Frauen so.“
Oder:
„Da musst du durch.“
Doch starke Schmerzen, die dich regelmäßig aus deinem Alltag herausreißen, verdienen Aufmerksamkeit.
Bei Endometriose kann es laut gesund.bund.de teilweise Jahre dauern, bis die Diagnose gestellt wird.
Deshalb ist es so wichtig, Beschwerden nicht herunterzuspielen.
PCOS: Was steckt hinter dem polyzystischen Ovarialsyndrom?
Das polyzystische Ovarialsyndrom, kurz PCOS, ist eine hormonelle Störung, die vor allem Frauen im gebärfähigen Alter betrifft.
Typische Hinweise können sein:
- unregelmäßige Monatsblutungen
- ausbleibende Blutungen
- Schwierigkeiten mit dem Eisprung
- vermehrte Körperbehaarung
- Akne
- Haarausfall
- Gewichtszunahme beziehungsweise Übergewicht
PCOS kann außerdem mit einer erhöhten Insulinresistenz verbunden sein und das Risiko für bestimmte Stoffwechselprobleme erhöhen.
Interessant ist auch:
PCOS kann unterschiedlich ausgeprägt sein.
Nicht jede Frau hat alle typischen Symptome.
PCOS und Kinderwunsch
PCOS kann den Eisprung beeinträchtigen und dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft reduzieren.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Schwangerschaft unmöglich ist.
gesund.bund.de weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Schwangerschaft nach entsprechender Behandlung möglich sein kann.
Wenn du einen Kinderwunsch hast und deine Zyklen sehr unregelmäßig sind, solltest du dies mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt besprechen.
Hormone und Gewicht: Warum die Waage nicht alles erklärt



Viele Frauen erleben hormonelle Veränderungen zusammen mit Veränderungen des Körpergewichts.
Besonders während der Wechseljahre kann sich das Körpergewicht verändern.
Trotzdem ist es zu einfach zu sagen:
„Meine Hormone sind schuld.“
Gewicht wird durch viele Faktoren beeinflusst:
- Ernährung
- Bewegung
- Schlaf
- Stress
- Alter
- Muskelmasse
- Energiebedarf
- Medikamente
- Erkrankungen
- hormonelle Veränderungen
Wenn du plötzlich deutlich zunimmst oder andere Beschwerden hinzukommen, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Wechseljahre: Eine normale Lebensphase, keine Krankheit
Die Wechseljahre sind keine Krankheit.
Sie sind ein natürlicher Abschnitt des Lebens, in dem sich das Zusammenspiel der Hormone verändert.
Die Beschwerden können allerdings sehr unterschiedlich sein.
Manche Frauen haben kaum Probleme.
Andere erleben deutliche Veränderungen.
Typische Wechseljahresbeschwerden
Mögliche Beschwerden sind:
- Hitzewallungen
- Schweißausbrüche
- Schlafprobleme
- Stimmungsschwankungen
- depressive Verstimmungen
- unregelmäßige Monatsblutungen
- Scheidentrockenheit
- weniger sexuelles Verlangen
- Gewichtszunahme
- Konzentrationsprobleme
Nicht jede Frau bekommt all diese Beschwerden.
Auch die Dauer und Stärke können sehr unterschiedlich sein.
Was passiert hormonell in den Wechseljahren?
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Hormonproduktion der Eierstöcke.
Insbesondere die Produktion von Östrogen nimmt allmählich ab.
Dadurch verändert sich der Menstruationszyklus.
Die Blutungen können zunächst unregelmäßig werden und schließlich ganz ausbleiben.
Die letzte Monatsblutung wird als Menopause bezeichnet. Durchschnittlich tritt sie in Deutschland beziehungsweise in westlichen Ländern etwa um das 51. Lebensjahr auf.
Wichtig:
Bis zur Menopause kann eine Schwangerschaft weiterhin möglich sein.

Hitzewallungen: Was kann helfen?
Hitzewallungen gehören zu den häufigsten Beschwerden während der Wechseljahre.
Einige Frauen erleben nur gelegentliche Beschwerden.
Andere werden mehrmals am Tag oder nachts davon geweckt.
Du kannst zunächst beobachten, ob bestimmte Situationen deine Beschwerden verstärken.
Beispielsweise:
- sehr warme Räume
- Alkohol
- Stress
- scharfes Essen
- sehr warme Getränke
Allerdings reagiert jede Frau unterschiedlich.
Ein persönliches Symptomtagebuch kann deshalb hilfreicher sein als allgemeine Verbotslisten.
Schlafprobleme in den Wechseljahren
Schlechter Schlaf kann enorm belastend sein.
Wenn du nachts durch Hitzewallungen aufwachst, kann daraus schnell ein Kreislauf entstehen:
Hitzewallung → Aufwachen → schlechter Schlaf → Müdigkeit → Stress → nächste schlechte Nacht
Eine gute Schlafroutine kann unterstützen.
Probiere beispielsweise:
- regelmäßige Schlafzeiten
- Schlafzimmer eher kühl halten
- abends weniger Bildschirmzeit
- Alkohol möglichst vermeiden
- regelmäßige Bewegung
- Entspannung vor dem Schlafengehen
Bei starken oder anhaltenden Schlafproblemen solltest du auch andere mögliche Ursachen ärztlich abklären lassen.
Welche Ausstattung ist bei hormonellen Beschwerden sinnvoll?
Du brauchst keine riesige Sammlung an Gesundheitsprodukten.
Einige einfache Hilfsmittel können jedoch sehr praktisch sein.
1. Zykluskalender
Ob App oder Papierkalender:
Dokumentiere deine Blutungen und Beschwerden.
2. Wärmflasche oder Wärmekissen
Wärme kann von vielen Frauen bei Unterleibsbeschwerden als angenehm empfunden werden.
3. Bequeme Kleidung
Gerade bei Hitzewallungen kann Kleidung aus mehreren dünnen Schichten praktisch sein.
4. Trinkflasche
Regelmäßiges Trinken gehört zu einem gesunden Alltag.
5. Bewegungsschuhe
Spaziergänge, Walking oder andere Bewegungsformen können in vielen Lebensphasen sinnvoll sein.
6. Notizbuch
Schreibe Beschwerden und Fragen für den nächsten Arzttermin auf.
7. Gesundheitsordner
Bewahre Befunde, Laborwerte und wichtige Arztberichte geordnet auf.
Schritt-für-Schritt: So bekommst du deine Beschwerden besser in den Griff
Du möchtest nicht länger einfach nur „durchhalten“?
Dann beginne systematisch.
Schritt 1: Beschwerden dokumentieren
Schreibe mindestens einige Wochen auf:
- Welche Beschwerden treten auf?
- Wann beginnen sie?
- Wie lange dauern sie?
- Wie stark sind sie?
- Wo im Zyklus treten sie auf?
- Was verbessert sie?
- Was verschlechtert sie?
Schritt 2: Muster erkennen
Vielleicht stellst du fest:
„Meine Kopfschmerzen treten immer wenige Tage vor der Periode auf.“
Oder:
„Meine Hitzewallungen sind besonders nachts stark.“
Oder:
„Meine Blutungen sind deutlich stärker geworden.“
Solche Informationen können für die ärztliche Einschätzung wertvoll sein.
Schritt 3: Arzttermin vorbereiten
Nimm deine Notizen mit.
Schreibe vorher deine wichtigsten Fragen auf.
Schritt 4: Familiengeschichte berücksichtigen
Bei bestimmten Erkrankungen können familiäre Faktoren eine Rolle spielen.
Schritt 5: Medikamente und Nahrungsergänzung nennen
Informiere deine Ärztin oder deinen Arzt über alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die du einnimmst.
Schritt 6: Gemeinsam Behandlungsmöglichkeiten besprechen
Je nach Ursache kommen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten infrage.
Hormontherapie in den Wechseljahren: Nicht selbst entscheiden
Wenn Wechseljahresbeschwerden sehr stark sind, kann eine Hormonersatztherapie (HRT) eine mögliche Behandlungsoption sein.
Sie ist allerdings nicht für jede Frau geeignet.
Außerdem ist eine Hormontherapie nicht risikofrei. Die Vor- und Nachteile hängen unter anderem von Alter, Beschwerden, Vorerkrankungen und individuellen Risikofaktoren ab. gesund.bund.de weist darauf hin, dass eine systemische Hormonbehandlung unter anderem mit erhöhten Risiken für bestimmte Erkrankungen verbunden sein kann.
Deshalb gilt:
Keine Hormontherapie auf eigene Faust beginnen oder verändern.
Besprich die Möglichkeiten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Was ist mit pflanzlichen Mitteln?
Im Internet und in Apotheken findest du zahlreiche Produkte gegen Wechseljahresbeschwerden.
Dazu gehören beispielsweise Präparate mit:
- Soja
- Rotklee
- Traubensilberkerze
- verschiedenen Kräutermischungen
Hier ist Vorsicht sinnvoll.
Der Nutzen vieler solcher Präparate ist nicht eindeutig belegt. Auch „pflanzlich“ bedeutet nicht automatisch „harmlos“.
Wenn du Medikamente einnimmst oder Vorerkrankungen hast, solltest du Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Präparate vorher mit einer medizinischen Fachperson besprechen.
Hormone und psychische Gesundheit
Hormone beeinflussen nicht nur den Körper.
Viele Frauen berichten während hormoneller Umstellungsphasen auch über:
- Stimmungsschwankungen
- Reizbarkeit
- Schlafprobleme
- innere Unruhe
- depressive Verstimmungen
Das bedeutet nicht, dass psychische Beschwerden immer hormonell verursacht sind.
Deshalb sollten anhaltende depressive Symptome oder starke Ängste nicht einfach mit „Das sind nur die Hormone“ abgetan werden.
Wenn deine psychische Gesundheit leidet, verdienst du Unterstützung.
Bewegung als Begleiter durch verschiedene Lebensphasen
Bewegung ist kein Heilmittel für jede hormonelle Beschwerde.
Sie kann aber ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Lebensstils sein.
Mögliche Aktivitäten:
- Spaziergänge
- Walking
- Radfahren
- Schwimmen
- Krafttraining
- Yoga
- Pilates
- Wandern
- Tanzen
Gerade während und nach den Wechseljahren kann regelmäßige Bewegung für Fitness, Muskelkraft, Beweglichkeit, Herz-Kreislauf-System und Knochen hilfreich sein.
Beginne so, dass es zu deiner aktuellen Fitness passt.
Ernährung bei hormonellen Beschwerden
Es gibt keine universelle „Hormon-Diät“, die alle Beschwerden beseitigt.
Eine ausgewogene Ernährung kann aber grundsätzlich eine gute Basis bilden.
Setze möglichst häufig auf:
- Gemüse
- Obst
- Vollkornprodukte
- Hülsenfrüchte
- Nüsse und Samen
- hochwertige Eiweißquellen
- ausreichend Flüssigkeit
Bei Gewichtszunahme kann es außerdem sinnvoll sein, Portionsgrößen und Bewegungsumfang zu betrachten.
Doch auch hier gilt:
Keine Crash-Diäten.
Eine Ernährung, die dauerhaft funktioniert, ist meistens sinnvoller als eine kurzfristige extreme Einschränkung.
Wann solltest du unbedingt zum Arzt?
Nicht jede hormonelle Veränderung ist gefährlich.
Es gibt aber Beschwerden, die abgeklärt werden sollten.
Dazu gehören beispielsweise:
- sehr starke oder ungewöhnliche Blutungen
- Blutungen nach der Menopause
- neu auftretende starke Unterbauchschmerzen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- wiederkehrende starke Beckenschmerzen
- sehr unregelmäßige oder ausbleibende Perioden
- plötzlich auftretende deutliche hormonelle Veränderungen
- unerfüllter Kinderwunsch
- starke Beschwerden, die deinen Alltag beeinträchtigen
Besonders Blutungen nach der Menopause sollten ärztlich abgeklärt werden.
Nicht weil automatisch eine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt – sondern weil die Ursache geklärt werden sollte.
Sofort Hilfe holen: Wann Beschwerden ein Notfall sein können
Auch gynäkologische Beschwerden können manchmal akut sein.
Wenn du beispielsweise:
- sehr starke Blutungen hast,
- starke plötzlich auftretende Schmerzen hast,
- ohnmächtig wirst,
- Kreislaufprobleme bekommst,
- starke Schmerzen während einer möglichen Schwangerschaft entwickelst,
solltest du medizinische Hilfe suchen.
Bei einem medizinischen Notfall gilt in Deutschland:
112.
Hormonelle Beschwerden sind keine Charakterschwäche
Ein wichtiger Gedanke:
Du bist nicht „zu empfindlich“, nur weil dein Körper dir Probleme macht.
Wenn Schmerzen, Blutungen, Schlafprobleme oder hormonelle Veränderungen deinen Alltag beeinträchtigen, darfst du Unterstützung suchen.
Du musst dich nicht mit:
„Das ist bei Frauen eben so.“
zufriedengeben.
Genauso wenig solltest du jede Beschwerde selbst einer Hormonstörung zuschreiben.
Der richtige Weg liegt dazwischen:
Beobachten → ernst nehmen → medizinisch abklären → passende Behandlung finden.
Deine persönliche Hormon- und Frauen-Gesundheits-Checkliste
Speichere dir diese Checkliste:
☐ Ich kenne meinen Zyklus.
☐ Ich dokumentiere ungewöhnliche Beschwerden.
☐ Ich weiß, wie stark meine Monatsblutung normalerweise ist.
☐ Ich nehme starke Regelschmerzen ernst.
☐ Ich kenne mögliche Warnzeichen für Endometriose.
☐ Ich kenne mögliche PCOS-Symptome.
☐ Ich nehme neue Zyklusveränderungen wahr.
☐ Ich informiere mich über Wechseljahresbeschwerden.
☐ Ich bespreche starke oder anhaltende Beschwerden mit meiner Ärztin oder meinem Arzt.
☐ Ich führe wichtige medizinische Unterlagen geordnet.
☐ Ich kenne meine Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel.
☐ Ich nehme mir Zeit für Bewegung und Erholung.
7-Tage-Start für mehr Aufmerksamkeit gegenüber deinem Körper
Du möchtest sofort etwas verändern?
Tag 1: Zyklus notieren
Schreibe auf, wann deine letzte Periode begonnen hat.
Tag 2: Beschwerden dokumentieren
Wie fühlst du dich körperlich und emotional?
Tag 3: Bewegung
Gehe 20 bis 30 Minuten spazieren.
Tag 4: Ernährung
Baue eine zusätzliche Portion Gemüse in deinen Tag ein.
Tag 5: Entspannung
Plane mindestens 15 Minuten bewusste Ruhe ein.
Tag 6: Arzttermin prüfen
Wann war dein letzter gynäkologischer Kontrolltermin?
Tag 7: Rückblick
Welche Beschwerden möchtest du künftig genauer beobachten?
So entsteht Schritt für Schritt ein besseres Verständnis für deinen eigenen Körper.
Fazit: Hör auf deinen Körper – und nimm deine Beschwerden ernst
Hormonelle und gynäkologische Beschwerden bei Frauen können sehr unterschiedlich aussehen.
Für die eine Frau sind es starke Regelschmerzen.
Für die andere unregelmäßige Blutungen.
Eine andere kämpft mit Endometriose.
Bei einer weiteren Frau wird PCOS erst nach Jahren erkannt.
Und irgendwann kommt für jede Frau möglicherweise die Phase der Wechseljahre, die wiederum ganz unterschiedlich erlebt werden kann.
Wichtig ist deshalb nicht, jede Veränderung als Krankheit zu betrachten.
Wichtig ist, deinen eigenen Körper kennenzulernen und ungewöhnliche oder belastende Veränderungen ernst zu nehmen.
Starke Regelschmerzen müssen nicht einfach ausgehalten werden.
Unregelmäßige Blutungen dürfen abgeklärt werden.
PCOS kann behandelt und begleitet werden.
Endometriose kann zwar derzeit nicht geheilt, aber mit unterschiedlichen Behandlungsmöglichkeiten gelindert werden.
Und die Wechseljahre sind zwar eine normale Lebensphase, aber starke Beschwerden musst du nicht einfach hinnehmen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sie zu lindern.
Der wichtigste Schritt ist oft ganz einfach:
Hör deinem Körper zu.
Nicht jedes Ziehen ist ein Warnsignal.
Aber jedes anhaltende oder ungewöhnliche Problem verdient Aufmerksamkeit.
❤️ Welche hormonellen oder gynäkologischen Beschwerden kennst du selbst – und was hilft dir im Alltag dabei? Teile deine Erfahrungen gerne in den Kommentaren und gib damit anderen Frauen wertvolle Impulse.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Gesundheitsinformation. Er ersetzt keine gynäkologische Untersuchung, Diagnose oder individuelle Behandlung.
Allgemeiner Hinweis
Die Beiträge zu Gesundheits- und Fitnessthemen dienen der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische, physiotherapeutische oder psychotherapeutische Beratung. Bei Schmerzen, Erkrankungen, Verletzungen oder anderen gesundheitlichen Beschwerden solltest du vor dem Training fachkundigen Rat einholen.
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